Holzkirchen

09. Tročany

Die griechisch-katholische Holzkirche des hl. Lukas, 1739, NKP

  

Die griechisch-katholische Holzkirche in Tročany ist dem hl. Apostel und Evangelisten Lukas gewidmet. Diese Kirche ist offensichtlich aus dem näheren Dorf Rešov verlegt worden. Das zeigen auch die Fallkerbe an den Holzbalken und die Gedenkanschrift auf der Ikone der Kreuzigung. Es handelt sich wahrscheinlich um die älteste Kirche des Ostritus sowohl in der Slowakei, als auch im Karpetenbogen. Nach ihrem Stil stammt diese Kirche eindeutig spätestens aus der Zeit der Wende von 15. zum 16. Jahrhundert.

            Aus der Bausicht geht es um ein Blockhaus. Diese Holzkirche ist dreitailig, dreiräumig, zweitürmig mit drei Kreuzen. Sie ist auf einem niedrigen Fundament gebaut. Der Eingang in die Kirche aus westlicher Seite ist durch ein vorgeschobenes Dach geschützt. Im Hinterteil des Kirchenschiffes ist der Chor, zu dem die Holztreppen aus südlicher Seite des Kirchenschiffes führen. Die Kirchenapside ist rechtwinklig. Diese Holzkirche hat kleine Fenster im Kirchenschiff sowie im Altarraum. Der Unterteil unter dem Kirchturm besteht aus horizontal zusammengebauten Holzbretten. Die Umfänge aller drei Räume sind mit Schindeln bedeckt. Die Schindeln sind vertikal in horizontalen Streifen gelegt. Der Hauptkirchturm hat leicht geneigte Wände. Auf seinem Gipfel ist das Konusdach. Sein Kreisgrundriss erhört das originelle Aussehen dieses Kirchengebäudes. Der Altarraum hat das Satteldach. Im Kirchturm hängen zwei Glocken. Über dem Turm ist ein dreiarmiges Kreuz. Über dem Kirchenschiff ist ein geschmiedetes einarmiges Kreuz. Über dem Altarraum ist ein einfaches einarmiges Kreuz.  

            In der Kirche findet sich eine inkomplette Ikonostase. Sie ist ein National- und Kulturdenkmal. Diese Ikonostase mit zwei Ikonenreihen stammt aus dem 17. Jahrhundert. Anstelle der ersten Ikonereihe hängen frei folgende Ikonen: der hl. Bischof Nikolaus von Myra, die hl. Gottesgebärerin Hodegetria-Wegweiserin, Christus als Lehrer und Meister und die Patroziniumsikone des hl. Apostels und Evangelisten Lukas. 

 In der Mitte der Ikonostase ist eine zweiflügellige Tür, die sog. Königstür. Über der Königstür ist die Ikone das Mandylion. Hier fehlt die Ikonenreihe der großen byzantinischen Feste. Sehr kostbar ist die geräumige Tafel, die die dritte und die vierte Reihe der Ikonostase enthält. Die dritte Reihe, die sog. Apostelreihe, bildet die große Deesis. In ihrer Mitte ist die Ikone Christus als Hohepriester mit der hl. Gottesgebärerin auf nördlicher Seite und dem hl. Johannes dem Täufer auf südlicher Seite. Es ist sehr schwierig Apostel zu identifizieren. Klar sind nur die Ikonen des hl. Petrus, des hl. Paulus und des hl. Jakobus Zebedäus. Weitere Personen sind ohne jegliche Attribute oder sie haben nur ein allgemeines Attribut der Apostel – das Buch – und sind vom Aussehen her unklar.

 Die vierte Ikonenreihe der alttestamentlichen Propheten hat in ihrer Mitter die Ikone der Allheiligen (gr. Panagia). Es geht um die betende Gottesgebärerin mit Engeln an ihren Seiten. Unter anderen Personen sind identifizierbar Aaron, Nahum, Ezechiel und Haggai. Die Spitze der Ikonostase bildet die Tafel mit der Ikone der Kreuzigung mit mehreren Personen. Auf nördlicher Seite ist die hl. Gottesgebärerin und wahrscheinlich die hl. Maria Magdalena. Auf südlicher Seite ist der hl. Evangelist Johannes und wahrscheinlich der römische Centurion Longinus. Hinter der Ikonostase im Altarraum ist ein geschmückter Altar mit der Ikone der Abnahme Christi vom Kreuz aus dem 18. Jahrhundert und die Ikone des Erzengels Michael über dem Rüsttisch, auf dem die Vorbereitung der eucharistischen Gaben vollzogen wird.

            In der Holzkirche sind noch weitere Ikonen im Kirchenschiff. Interessant sind die auf dem Leinen gemalten Ikonen an Seiten der Ikonostase. Auf südlicher Seite hängt die Ikone des Letzten Gerichts, auf nördlicher Seite die Ikone der Verkündigung an die Gottesgebärerin und die Ikone der hl. Paraskeva.

            An der nördlichen Wand sehen wir mehrere Holzikonen der Gottesgebärerin Hodegetria-Wegweiserin. Dominant ist die Ikone Christus als Allherrscher und die Ikone des hl. Erzengels Michael. Gegenüber findet sich eine kleinere Ikone der Kreuzigung und eine seltene Ikone des hl. Johannes Sučavský sowie eine gemeinsame Darstellung des hl. Nikolaus von Myra mit der hl. Paraskeva. Weitere Ikonen hängen auch im Kirchenvorraum.

 Die Holzkirche in Tročany ist im Jahre 1968 zum National- und Kulturdenkmal erklärt worden. Verschiedene Reparierungen fanden in den Jahren 1897, 1933 und 1968 statt. In den Jahren 2010-2011 wurde die Holzkirche komplett repariert und restauriert. Realisiert wurde es im Rahmen des Projekts „Die Rettung der Holzkirchen auf dem internationalem Holzweg“ aus finaziellen Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung der Europäischen Union.

 

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